1
2
3
4
5
6
HdM Stuttgart

Am 21.02.2020 fand ein Workshop bei der IHK Stuttgart zum Thema „Menschzentrierte Digitalisierung als Erfolgsfaktor“, durchgeführt vom Kompetenzzentrum Usability, statt. Die Teilnehmenden diskutierten Chancen und Herausforderungen einer menschzentrierten Denkweise in der Digitalisierung.

Am 21.02.2020 fand der Workshop mit dem Thema „Menschzentrierte Digitalisierung als Erfolgsfaktor“ an der Industrie- und Handelskammer in Stuttgart statt. Ziel des Workshops sollte sein, Chancen und Herausforderungen der Menschzentrierung in der Digitalisierung zu diskutieren. Tatsächlich teilgenommen hatten zweiundzwanzig Teilnehmende aus unterschiedlichen Branchen und mit verschiedenen Herausforderungen. Der Workshop war für Entscheidungsträger und Entscheidungsträgerinnen ausgerichtet, welche sich im Rahmen der Digitalisierung mit dem Faktor Mensch im Rahmen der menschzentrierten Gestaltung beschäftigen wollen.

Der Aufbau des Workshops zielte darauf ab, einerseits Impulse aus Digitalisierungsstudien aufzuzeigen und derzeit aufkommende Probleme und Herausforderungen auch in Bezug auf die menschzentrierte Gestaltung (Human Centered Design) anzubringen. Weiter wurde der menschzentrierte Gestaltungsprozess selbst und Aspekte, die zu einer erfolgreichen Umsetzung notwendig sind, präsentiert. Ergänzt wurde der inhaltliche Teil mit Diskussionsrunden sowohl im 2-er Team mit dem Sitznachbarn, aber auch im großen Plenum.

Erkenntnisse aus dem Workshop waren, dass einerseits die Umsetzung der menschzentrierten Gestaltung in der Praxis schwierig ist, da zwar der Wille da ist, es aber an Zeit, Budget und Ressourcen fehlt. Teilnehmende sahen zudem die Herausforderung darin, dass Performance und das Wohlbefinden der Mitarbeitenden schwer messbar sind und demnach nicht in Aspekte wie die menschzentrierte Gestaltung investiert wird. Auch sind gerade in großen Unternehmen Silos ein Problem, da nicht gemeinsam an einem Strang gezogen wird. Bei den Konzernen kommen zudem Anforderungen an klare Ablaufpläne hinzu, welche definierte Anforderungen an Arbeitsschritte und beispielsweise die Programmierung beinhalten, der Faktor Mensch steht dabei folglich hinten an.

Auch wurde genannt, dass ein Moderator fehlt, welcher zwischen verschiedenen Problemstellungen moderieren kann. Kleine Probleme werden häufig groß aufgehängt und letztendlich wird auf der Chefetage irgendeine Entscheidung getroffen, nur damit die Diskussion beendet wird.

Auch die Unternehmenskultur und das Selbstverständnis scheint ein relevanter Aspekt, denn jede Abteilung sollte den Teilnehmenden nach wie ein Dienstleister agieren, der seine Dienstleistungen an der richtigen Stelle anbietet und einbringt, sodass sich überhaupt jemand verantwortlich fühlt. Das zieht nach sich, dass Mitarbeitende anfangen müssen einen 360 Grad-Blick zu entwickeln, genauso wie Geschäftsführende.

Die Teilnehmenden schlossen den Workshop mit einer Blitzlichtrunde ab, bei der jeder noch einmal die Möglichkeit hatte Feedback zu geben und zu sagen, was man für sich mitnimmt.

Dabei wurden einige Aspekte deutlich:

Allgemein

  • Das Thema menschzentrierter Gestaltung ist kein neues Thema.
  • Die Herausforderung, den Menschen als Erfolgsfaktor, sowohl intern, als auch extern zu sehen, betrifft alle Unternehmen.

Verwandte Themen

  • Hinter dem Buzzwort „Digitalisierung“ versteckt sich vieles, so beispielsweise das Veränderungsmanagement. Man muss daher anfangen Schritt für Schritt vorwärts zu gehen.
  • Viele Aspekte der menschzentrierten Gestaltung fallen für einen Teilnehmenden unter den Begriff „People-Management“.
  • Auch ist Change Management ein Thema, das gekoppelt mit der Idee der menschzentrierten Gestaltung vorkommt.

Kommunikation als Schlüssel

  • Es gibt keinen goldenen Ansatz, es geht darum individuelle Fragestellungen zu identifizieren, wofür man immer im Austausch bleiben und kommunizieren sollte.
  • Generell scheint Kommunikation ein wichtiges Thema zu sein, das wie eine globale Kommunikation funktioniert: dass miteinander geredet wird, dass ein gemeinsames Verständnis füreinander existiert und gemeinsam eine Lösung gefunden werden kann.

Mensch im Mittelpunkt

  • Es ist wichtig, die Menschen mitzunehmen, sodass klar wird, dass der Mensch die treibende Kraft ist.
  • Es reicht nicht nur ein tolles Produkt zu haben, der Erfolg liegt darin, den Nutzer mit einzubeziehen.

Interne Umsetzung der menschzentrierten Gestaltung – Blick auf die Organisation

  • Viele Unternehmen haben die Denkweise bereits theoretisch übernommen, aber es muss noch in den Köpfen ankommen,
  • Man muss Geduld mitbringen, das Mindset ändern sowie mehr Akzeptanz fördern und Überzeugungsarbeit leisten.
  • In Hinblick auf die Kunden sind einige in Hinblick auf Digitalisierungsthemen gut unterwegs, aber intern nicht.
  • Andere Unternehmen berücksichtigen den Menschen bisher wenig oder gar nicht, daher sollten andere Aspekte, wie beispielsweise die kaufmännische Seite „gebändigt“ werden, sodass Entscheidungen in der Belegschaft getroffen werden können.
  • Auch eine Fehlerkultur muss erarbeitet und gelebt werden, denn nur so kann aus vermeintlichen Fehlern gelernt werden.

Interne Umsetzung der menschzentrierten Gestaltung - Was gut funktionieren könnte

  • Man sollte so vorgehen, dass man sich Verbündete sucht, welche das Thema gemeinsam mit einem selbst in das Unternehmen tragen und vorantreiben.
  • Es ist ebenso wichtig, Verbündete zu haben, die auch etwas zu sagen haben, eine gewisse Durchschlagkraft haben.
  • Jeder Einzelne sollte sich zudem eine eigene (menschzentrierte) Vision definieren, welche in kleinen Schritten umgesetzt werden kann.
  • Auch in der agilen Projektentwicklung sollten alle Beteiligten mit an einem Tisch sitzen.
  • Durch das Visualisieren von “Lessons learnt” kann Überzeugungsarbeit geleistet werden, daher sollten hierfür Erfolgsbeispiele erarbeitet werden.

Die Erkenntnisse des Workshops werden in die weitere Gestaltung der inhaltlichen Arbeit des Kompetenzzentrums einfließen und bieten Anknüpfungspunkte für weitere Unterstützungsmöglichkeiten bei kleinen und mittleren Unternehmen.

Ein herzliches Dankeschön an die IHK Stuttgart für das Ermöglichen des Workshops und an alle Teilnehmenden und deren Diskussionsbeiträge, es war ein spannender Vormittag mit vielfältigen Einblicken.


05.03.20

Termine

Mehr zum Projekt

Hochschule der Medien
Region Süd

Kontakt

Elisabeth Stein
  • Hochschule der Medien
  • Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Usability

1
2
3
4
5
6
 
 
Copyright