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Anika Spohrer, Hochschule der Medien

Am Sonntag, den 6. September, fand der Workshop zu einer weiterentwickelten Methode für die Gestaltung von menschzentrierter Mensch-KI-Zusammenarbeit im Rahmen der Mensch und Computer Konferenz (MuC) statt. Alle Inhalte des Workshop und Erkenntnisse zur Weiterentwicklung der Methode werden im folgenden Beitrag beschrieben.

Künstliche Intelligenz (KI) wird die Art verändern, wie wir mit Systemen interagieren. Die KI wird als Partner des Menschen auftreten und eine Zusammenarbeit zwischen Mensch und KI wird im Vordergrund stehen. Hier stellt sich die Frage, wie diese Zusammenarbeit von Usability und User Experience (UUX) Experten*innen konzipiert werden kann. Welche Aufgaben übernimmt die KI? Welche Aufgaben übernimmt der Mensch? Und wie sieht die Kooperation zwischen Mensch und KI aus? Eingebettet in einen menschzentrierten Gestaltungsprozess wurden im Rahmen eines Projekts des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrums Usability diese Fragen adressiert. Als Ansatz zur Gestaltung dieser Mensch-KI-Zusammenarbeit wurde im Rahmen des Projekts und darüber hinaus ein Workshop entwickelt, in welchem die auf die KI-Thematik angepasste Methode des Service-Blueprints genutzt wurde.
Dieser wird in seiner ursprünglichen Version dazu verwendet, alle Berührungspunkte der Nutzenden mit dem Service des Unternehmens zu visualisieren. Dabei wird der gesamte Prozess und die dazu benötigten physikalischen und digitalen Ressourcen erarbeitet. So können komplexe Prozesse übersichtlich ausgearbeitet werden, um dem Unternehmen ein umfassendes Verständnis für die Nutzung des Services zu geben (Gibbons, 2017).

Der Workshop auf der Mensch und Computer Konferenz

Gemeinsam mit UUX-Experten*innen und -Interessierten wurde im Workshop auf der Mensch und Computer Konferenz das entwickelte Workshop-Format erprobt und anschließend diskutiert. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen nun in die Weiterentwicklung des KI-Service-Blueprint-Workshops ein.

Zu Beginn des Workshops wurde den Teilnehmenden die Theorie vermittelt, woher die Idee zur Methode kommt, welche Materialien benötigt werden, wie der Ablauf des Workshop-Formates aussieht und welche Disziplinen vertreten sind. Den zentralen Teil des Workshops nahm anschließend die Praxisphase ein. In dieser durften die Teilnehmenden das entwickelte Workshop-Format selbst ausprobieren. Dafür arbeiteten die Teilnehmenden in Gruppen zusammen und jede im Workshop benötigte Rolle wurde von mindestens einem Teilnehmenden eingenommen. Auf Basis einer vorbereiteten Nutzungskontextanalyse arbeiteten die Teilnehmenden so beispielhaft den KI-Service-Blueprint aus und hielten ihre Ergebnisse in einem Online-Tool fest. Einen Überblick aller Informationen zur Entwicklung des Workshops finden Sie im angehängten Informationsblatt (siehe unten).

In einer anschließenden Diskussionsrunde wurde das entwickelte Workshop-Format mit den teilnehmenden UUX-Experten*innen diskutiert und Verbesserungsvorschläge ausgearbeitet. Einige Aspekte der Methode wurden dabei kritisch hinterfragt und potentielle Lösungsvorschläge diskutiert. So wurde beispielsweise darüber gesprochen, wie der Punkt „Zeitaufwand“ im KI-Service-Blueprint genau zu verstehen ist. Wird hier die Zeit mit oder ohne den Einsatz von KI erfasst und ist es für die zielorientierte Entwicklung der Mensch-KI-Interaktion nicht sinnvoll beides in jeweils einer Zeile zu erfassen? Einerseits kann so der Zeitaufwand ohne den Einsatz von KI und andererseits, in einer ergänzenden Zeile, der Zeitaufwand mit dem Einsatz von KI erfasst werden. Zusätzlich zu weiteren Kriterien, wie bspw. der effektiven und effizienten Bearbeitung von Aufgaben, kann dann abgewägt werden, ob der Einsatz von KI an dieser Stelle für das eigene Projekt sinnvoll ist.
Weitere Punkte in der Diskussion bezogen sich unter anderem auf den Wunsch der Bereitstellung von Materialien und eines Handbuchs zur Methode. An diesen Materialien wird bereits gearbeitet.
Die Erkenntnisse des Workshops werden somit alle in die Weiterentwicklung des Workshop-Formates einfließen, um zukünftig noch gezielter die Mensch-KI-Zusammenarbeit interdisziplinär gestalten zu können.

Mehr zur Methode bald in unserem Werkzeugkasten!

Allgemein erhielt die Methode sehr positives Feedback. Sie wurde als sehr strukturiert und verzahnt wahrgenommen. Außerdem konnten sich die Teilnehmenden gut vorstellen, dass sich die Methode in die eigenen Unternehmens- oder Projektprozesse integrieren lässt. Es wurde an dieser Stelle sogar geäußert, dass durch den interdisziplinären Aspekt des Workshops die Methode als teambildende Maßnahme im Unternehmen eingesetzt werden könnte.

Zum Schluss möchten wir uns noch einmal bei allen Workshop-Teilnehmenden der MuC-Konferenz für die anregende Diskussion und das konstruktive Feedback bedanken.

Autorinnen: Kristin Haasler, Anika Spohrer


Literatur

Gibbons, S. (2017). Service Blueprints: Definition. Abgerufen 17. Dezember 2019, von https://www.nngroup.com/articles/service-blueprints-definition/

Spohrer, A., Haasler, K., & Burmester, M. (2020). Aus alt mach neu: Service-Blueprint-Workshop zur menschzentrierten Gestaltung der Mensch-KI-Zusammenarbeit. In H. Fischer & S. Hess (Hrsg.), Mensch und Computer 2020 – Usability Professionals. Magdeburg: Gesellschaft für Informatik e.V. und die German UPA e.V. https://doi.org/10.18420/muc2020-up-0224


29.09.20

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