UUX im Produkt- und Service-Lifecycle

Viele Unternehmen haben die Bedeutung von Usability und User Experience für die Gestaltung ihrer Produkte und Services mittlerweile erkannt. Doch wann sollten diese Aspekte berücksichtigt werden? Was sollte im Fokus stehen? Wie können durch welche Methoden Hinweise und Antworten generiert werden und warum ist ihr früher sowie kontinuierlicher Einsatz notwendig?

Wann?

Der Einbezug von Endnutzern sollte so früh wie möglich in der Entwicklung erfolgen und kontinuierlich mitgedacht werden. Die Entwicklung von Produkten bzw. Services lässt sich prinzipiell in vier Phasen unterteilen:

  • User Research zur Erschließung des Nutzungskontexts,
  • Anforderungsanalyse,
  • Gestaltungsprozess und
  • Evaluation.

Doch auch bereits in der Ideenfindung kann aktive Partizipation durch Endnutzer dabei helfen, nicht erkannte Innovationspotenziale aus der Anwenderperspektive zu erschließen. Außerdem sollten Usability und User Experience auch nach dem Launch systematisch und auf unterschiedlichen Ebenen erfasst werden, um Erfahrungen der Nutzer in die weitere Gestaltung einfließen lassen zu können.

Was?

Usability und User Experience-Maßnahmen zielen immer darauf ab, eine konkrete Fragestellung zu beantworten bzw. Annahmen zu überprüfen. Welche Fragestellungen relevant sein können, hängt u.a. vom Zeitpunkt der Gestaltung ab. So kann am Anfang meist die Frage nach möglichen generellen Nutzungsproblemen und dem erlebten Mehrwert für Nutzer entscheidend sein, während vor einem Launch beispielsweise interessiert, ob bestimmte Anforderungen erfüllt werden.

Fragestellungen zur Überprüfung der Usability lassen sich grundsätzlich in drei Kategorien einteilen:

  • Analytische Fragestellung: Welche Probleme gibt es?
  • Absolute Fragestellung: Sind die Akzeptanzkriterien erfüllt?
  • Vergleichende Fragestellung: Welche Variante ist besser?

Wie?

Es gibt viele verschiedene Ansätze, Methoden und Möglichkeiten, Usability und User Experience zu analysieren. Welche davon am besten passt, hängt einerseits vom Produkt bzw. Service ab und andererseits von der Gestaltungsphase. Als grobe Regel empfiehlt es sich:

  • in früheren Phasen eher qualitative Methoden einzusetzen (Welche Probleme? Welcher Nutzen? Welcher Mehrwert? Was interessiert? Wie sollte die Interaktion sein?) und
  • in späteren Phasen eher quantitative Methoden (Wie gut werden Anforderungen erfüllt? Welche Gestaltungsalternative ist geeigneter?).

Warum?

Frühzeitige Nutzereinbindung bietet zahlreiche Vorteile. So können Fehler schnell erkannt werden und Korrekturen bzw. Optimierungen früher und damit günstiger vorgenommen werden. Außerdem kann der Einsatz von Usability und User Experience sicherstellen, dass das Produkt oder der Service tatsächlich die Anforderungen des Nutzers erfüllt und damit die Bedienbarkeit verbessern.


27.11.18