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Mithilfe dieses Projekts sollte die allgemeine Akzeptanz und Nutzungsintentionen von potenziellen PatientInnen, sowie TherapeutInnen gegenüber einer Mental Health App mit KI erhoben werden. Es zeigte sich, dass sowohl TherapeutInnen, als auch PatientInnen der Nutzung von KI in dieser Art der Patientenversorgung offen gegenüber standen und die diversen Funktionen als nützlich erachteten.

Hintergrund

Die Vision der Senseven Health GmbH ist eine optimierte Versorgungsleistung für PatientInnen in der Psychotherapie unter Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI). Hierzu sollen die zu Behandelenden entlang der gesamten Therapie unterstützt werden. Der Fokus liegt dabei vor allem auf der Unterstützung in der Therapie von Angst und Depressionsstörungen.

Mithilfe der Senseven App könnten TherapeutInnen und PatientInnen in Zukunft besser miteinander vernetzt werden, PatientInnen würden zusätzliche Unterstützung außerhalb der regelmäßigen Therapiesitzungen erhalten und der Organisationsaufwand der TherapeutInnen würde minimiert werden. Die PatientInnen können vor Start der Therapie einen Selbst-Test durchführen, um zu ermitteln welche Therapieform für sie am geeignetsten wäre. Im Anschluss kann ein Termin bei einer/m TherapeutIn gebucht werden und der anschließende Therapie-Prozess mithilfe eines Sprach-Tagebuchs getrackt werden.

Ziel des Projekts

Ziel des Projekts war es die allgemeine Akzeptanz, sowie spezifische Nutzungsintention der Nutzenden zu ermitteln. Hier sollte zum einen auf Seite potenzieller PatientInnen überprüft werden, wie diese der Nutzung künstlicher Intelligenz in dem sensitiven Kontext der mentalen Gesundheitsversorgung gegenüberstehen und ob sie die geplanten Funktionen für sinnvoll halten würden. Auf der anderen Seite, sollten auch TherapeutInnen (mit und ohne Kassensitz) nach ihrer fachkundigen Einschätzung gefragt werden.

Methoden

Zur Erfassung der Akzeptanz und Nutzungsintention der zwei Nutzenden-Gruppen, wurde ein Fragebogen aus ausgewählten Items des meCue Fragebogens erstellt und auf SoSci-Survery veröffentlicht. Über Mailing-Listen und soziale Netzwerke (Facebook, Linkedin) wurden (potenzielle) PatientInnen rekrutiert. TherapeutInnen wurden durch eine Internetrecherche ausfindig gemacht und direkt angeschrieben. Insgesamt konnten so 39 potenzielle PatientInnen und 11 TherapeutInnen für die Teilnahme an der Studie gewonnen werden.

Für die Studie wurden insgesamt vier Items aus dem meCue Fragebogen verwendet. Drei davon erfassten die wahrgenommene Nützlichkeit, während ein Item die Nutzungsintention ermittelte. Diese Items wurden für jede einzelne der fünf verschiedenen Funktionen der App verwendet. Die Beschreibungen der App-Funktionen unterschieden sich zum Teil, um klarer den Vorteil für die jeweilige Anwendungs-Gruppe hervorzuheben. Zum Ende wurde ein Gesamturteil der App erfragt, sowie Fragen zur technischen Affinität und sozidemografischen Hintergrund gestellt.

Ergebnisse

Die Ergebnisse zeigten, dass sowohl PatientInnen als auch TherapeutInnen nahezu alle der fünf Funktionen als nützlich einstuften. Nur die Funktion der Sprach-Tagebücher wurde von den Patient-innen als weniger nützlich eingestuft, was unter Umständen auf eine geringe Bekanntheit der Stimme als Stimmungsindikator zurückzuführen ist.

Hinsichtlich der Nutzungsintention wurden drei von fünf Funktionen bei den PatientInnen und vier von fünf bei den TherapeutInnen als signifikant hoch eingeschätzt. Hier schätzen sowohl PatientInnen als auch TherapeutInnen ihre Nutzungsintention der Audio-Tagebücher als gering ein. Auf Seite der PatientInnen ist dies nicht weiter verwunderlich, da dieser Funktion bereits eine geringe Nützlichkeit zugeschrieben hatten. Auf TherapeutInnen Seite könnte man vermuten, dass eine tägliche Auswertung der Sprach-Tagebücher einen nicht zu leistenden Mehraufwand bedeuten würde, wodurch sich der geringe Wert erklären würde. In diesem Zusammenhang sei hier auch die Formulierung des Nutzungsintention-Items erwähnt, das von einer „täglichen“ Nutzung spricht. Dies erfasst nicht unbedingt eine allgemeine Nutzungsintention, sondern eher eine kontinuierliche Nutzung, die in diesem Zusammenhang wahrscheinlich über eine praktikable Nutzungsfrequenz hinausging.

Ähnlich lässt sich auch die zweite Funktion erklären, die von den PatientInnen als seltener nutzbar eingestuft wurde. Hierbei handelte es sich um die Funktion der Zusammenführung von PatientIn und TherapeutIn, was in der Praxis eine einmalige Handlung darstellt und daher schlecht über ein Item der täglichen Nutzung erfasst werden kann.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass sowohl die meisten Funktionen von beiden Nutzenden-Gruppen als nützlich eingestuft wurden, als auch eine erhöhte Nutzungsbereitschaft festzustellen war. Diese Ergebnisse sind sehr ermutigend im Hinblick auf eine zukünftige optimierte PatientInnen-Versorgung unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz.


Personen

Yasmina Giebeler
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