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Um den Nutzenden des Peakboard Designers den nutzerzentrierten Gestaltungsprozess näher zu bringen und somit die Erstellung von menschzentrierten Dashboards zu ermöglichen, wurde ein Prototyp eines neuen Features entwickelt. Dieses Feature fragt den Nutzungskontext des zu erstellenden Dashboards ab und generiert auf Basis der gegebenen Antworten eine digitale Checkliste.

In dem Pilotprojekt mit dem Unternehmen Peakboard stellte sich die Frage, wie Gestaltende innerhalb der Software des Unternehmens, dem Peakboard Designer, unterstützt werden können, nutzerzentrierte Dashboards zu gestalten. Ziel des Projekts war es den Gestaltenden durch die Software das nutzerzentrierte Gestalten näher zu bringen.

Im bisherigen Verlauf des Projekts wurde eine heuristische Evaluation zur Identifikation von Usability-Problemen des Peakboard-Designers durchgeführt. Zudem wurden Online-Interviews geführt, um relevante Aspekte des Nutzungskontexts des Arbeitsbereichs von Dashboard-Gestaltenden zu erheben. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse wurden in eine Persona für die primäre Zielgruppe überführt.

Weiteres Vorgehen und Ergebnisse

In einem anschließenden Ideation-Workshop zur Ideenfindung wurde, wie bereits in dem vorherigen Artikel beschrieben, mit einigen Angestellten Peakboards mithilfe von Kreativitätsmethoden zahlreiche Ideen entwickelt, welche im Anschluss geclustert und nach Relevanz für die Fragestellung priorisiert wurden.

Zwei Ideen stellten sich dabei als besonders aussichtsreich heraus: Eine handelte von einer Funktion, mit der die Nutzenden der Software einen Fragebogen aus vorgegebenen oder eigenen Fragen zum Nutzungskontext der Dashboards erstellen können. Dieser sollte im Anschluss von den Endnutzenden des zu erstellenden Dashboards beantwortet werden und so als Grundlage für das nutzerzentrierte Gestalten dienen. Ein Wizard, der den Nutzungskontext des zu erstellenden Dashboards abfragt und anhand der gegebenen Antworten eine digitale Checkliste generiert, war die zweite Idee. 

Beide Ideen wurden als Wireframes beispielhaft umgesetzt und in sechs Interviews mit Nutzenden des Peakboard Designers evaluiert. Bereits nach zwei Interviews zeigte sich eine ablehnende Haltung gegenüber der ersten Idee des Fragebogens. Die Interviewten gaben an, dass es schwierig zu organisieren sei, die Endnutzenden des Dashboards die Fragebögen ausfüllen zu lassen. Diese Information führte zu der Entscheidung, den Fokus bei den restlichen Interviews auf die zweite Idee - dem Wizard - zu legen.

Aus den Erkenntnissen der Interviews wurde ein finaler Prototyp für den Wizard entwickelt, der den Nutzenden über die erstellte Checkliste einen Leitfaden zur nutzerzentrierten Gestaltung bietet. Die Checkliste fordert den Nutzenden auf, sich über den Nutzungskontext des zu erstellenden Dashboards bewusst zu werden und Feedback von den Endnutzenden einzuholen. Dabei werden die Nutzenden regelmäßig an die Bedeutung des nutzerzentrierten Gestaltungsprozesses und an das Abfragen des Nutzungskontextes erinnert. Es können eigene Checklistenpunkte ergänzt werden, wodurch die Checkliste individuell anpassbar ist. Zudem unterstützt eine Notizfunktion ein kollaboratives Arbeiten und die Checkliste kann als Vorlage für künftige Projekte mit einem ähnlichen Nutzungskontext gespeichert werden.

Im Projekt wurden darüber hinaus Ideen entwickelt, durch welche Elemente der Wizard noch erweitert werden kann. So könnte die Checkliste konkrete Gestaltungstipps anhand der gegebenen Antworten liefern, oder mit Hilfe von Pop-Ups die Nutzenden auf Gestaltungsprobleme, wie das Verwenden von zu vielen unterschiedlichen Schriftarten, aufmerksam gemacht werden. 

Nächste Schritte für Peakboard

Die Ergebnisse der angewandten Methoden werden von Peakboard bereits genutzt. Die erstellte Persona wurde in die Sammlung der bestehenden Personas im Unternehmen aufgenommen. Zudem wurden Maßnahmen zur Lösung einiger der durch die heuristische Evaluation identifizierten Usability-Probleme in das interne Projektmanagement-Tool übertragen. Die Ergebnisse aus den Interviews mit den Nutzenden des Peakboard Designers bilden darüber hinaus eine gute Diskussionsgrundlage über mögliche Weiterentwicklungen der Software. Zudem werden die im Workshop generierten Ideen derzeit detaillierter aufbereitet und analysiert. Des Weiteren soll der finale Prototyp hinsichtlich einzelner Aspekte zeitnah umgesetzt werden. 

Einen großen Mehrwert bieten auch Erkenntnisse, die über die Beantwortung der Projektfragestellungen hinaus gewonnen wurden. Die Offenheit der Nutzenden des Peakboard Designers in den Interviews führte dazu, dass Peakboard nun in der Kommunikation mit Nutzenden mutiger auf diese zugehen wird. Zudem wurde durch das Projekt die Relevanz der nutzerzentrierten Gestaltung im Unternehmen stärker in den Fokus gerückt.

Ein Zitat von Tobias Haas, UX-Designer bei Peakboard, fasst die Bedeutung der Erkenntnisse aus dem Projekt für Peakboard wie folgt zusammen: “Neue Erkenntnisse, die uns helfen, wichtige Entscheidungen mit etwas mehr Wissen treffen zu können, war für uns der größte Mehrwert.”

 

Mitwirkende der Hochschule der Medien:

Aleksandra Gancheva Chepisheva, Sinah Lohrer, Sonja Pietsch, Annika Bergfelder und Minh Vo


29.09.20

Kontakt

Prof. Dr. Michael Burmester
Christina Haspel
Anika Spohrer
Elisabeth Stein

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