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Im Workplace Learning geht es darum, den Lern- mit dem Arbeitsprozess zu kombinieren. Das Konzept von Workplace Learning fokussiert informelle Lernprozesse, wobei formelle Lernprozesse nicht ausgeschlossen werden. Im Gegenteil dienen formelle Weiterbildungen als notwendige Bedingung um ein Grundwissen zu erzeugen. Die informellen Lernansätze bilden die innerbetriebliche Lernkultur und festigen, vertiefen und erweitern dieses Grundwissen.

Das digitale Weiterbildungsangebot der Region Nord ist nach den Prinzipien des Workplace Learning aufgebaut, welches seit 1950 kontinuierlich weiterentwickelt wird. Die Idealvorstellung des Konzeptes sieht vor, dass der Arbeitsort gleichzeitig zum Lernort wird. Die hierzu eingesetzten Methoden fanden in den Anfangszeiten ohne digitale Unterstützung statt. Im Verlauf der Zeit wurden aufgrund des technologischen Fortschritts digitale Werkzeuge hinzugefügt.

Damit das Konzept des Workplace Learning erfolgreich etabliert werden kann, gilt es die Bedürfnisse der Mitarbeiter zu verstehen. Bova et al. stellten im Rahmen einer Untersuchung fest, dass die Bedürfnisse 3 Hauptsäulen und 4 begleitende Prozesse umfasst.

Die 3 Hauptsäulen

  • Tätigkeitsbezogenes Lernen bedeutet, dass Mitarbeiter Weiterbildungen bzw. Lernangebote erhalten, die auf die eigene Tätigkeit abgestimmt sind. Es ist wichtig zu erkennen, wie und wann das Wissen angewendet werden kann (moment of need).
  • Informelles Lernen umfasst das Lernen ohne einen vorgegebenen offiziellen Rahmen. Anstatt dass ein Seminar besucht oder ein Online-Kurs durchgearbeitet wird, die ein klares Ziel besitzen, findet der Lernprozess im gegenseiten Austausch mit Kollegen, Geschäftspartnern oder weiteren Gleichgesinnten statt. Wichtig ist hierbei, dass ein Klima des Ausprobierens vorhanden ist. Mitarbeiter benötigen den Freiraum einfach mal zu machen und auch mal zu scheitern.
  • Formelles Lernen umfasst Angebote, die einen vorgegebenen Rahmen haben. Das Lernangebot besitzt in der Regel eine Agenda oder ein Curriculum, beschreibt die Ziele und die Kompetenzen die ein Teilnehmer nach erfolgreicher Teilnahme besitzt. Hierbei ist es wichtig, dass die Materialien zielgruppengerecht aufbereitet sind, der Teilnehmer weitestgehend selbstgesteuert Lernen kann sowie ein gewisser Spaßfaktor vorhanden ist. Der Aspekt des selbstgesteuerten Lernens ist in zeitlich eingeteilten Angeboten wie Online-Kurse oder Vortragsreihen besser möglich, als bei Tagungen mit einem straffen Programm.

Die 4 begleitenden Prozesse

  • Der menschliche Aspekt umfasst den respektvollen Umgang untereinander. Es geht nicht darum, ein allzeit verständnisvolles Arbeitsklima zu erzeugen sondern vielmehr Empathie für sein Gegenüber aufzubauen. Neue Kollegen haben beispielsweise andere, meist grundlegende Fragen als langjährige Kollegen.
  • Lernunterstützung durch das Unternehmen bedeutet, dass Mitarbeiter die Freiheit erhalten, sich tätigkeitsbezogen, informell und formell fortzubilden. Im Idealfall erhalten die Mitarbeiter reale Probleme, die Team- oder in Einzelarbeit gelöst werden. Wichtig ist hierbei das Aufzeigen der Auswirkung der Problemlösung für das Unternehmen.
  • Hohes Qualitätsbewusstsein betrifft sowohl den Mitarbeiter wie auch deren Vorgesetzte. Die Mitarbeiter sollten bei der Problemlösung realistische und umsetzbare Lösungsansätze nutzen. Die Vorgesetzten sind gefragt, Weiterbildungsmöglichkeiten und vorhandene Kompetenzen zu erkennen.
  • Spezielle Programme können die Umsetzung des Workplace Learning unterstützen. So ermöglicht Job rotation Verständnis (Empathie) für angrenzende Abteilungen aufzubauen. Trainee Programme entwickeln künftige Fach- und Führungskräfte, Manager-Seminare schulen bestehende Entscheidungsträger und Anwendertreffen fördern das Verständnis entlang des gesamten Unternehmens und der angrenzenden Geschäftspartner.

Workplace Learning im Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Usability

Bei dem digitalen Weiterbildungsangebot der Region Nord befinden wir uns primär in den formellen Weiterbildungsangeboten. Das Ziel besteht darin, Ihnen in einem bestimmten Zeitrahmen die Kompetenzen zu geben, die Sie für die Lösung Ihrer Fragestellung benötigen. Als Orientierungshilfe stehen Ihnen in einem Onlinekurs u.a. Methoden des Usability und der User Experience im UUX-Werkzeugkasten zur Verfügung. In Webinaren erarbeiten Sie mit den anderen Kursteilnehmern gemeinsam Lösungsansätze.

Beispiel Design Thinking: Zu Ihrer Fragestellung erarbeiten Sie in einem zwei-wöchigen Kurs einen Prototyp. Hierzu durchlaufen Sie in vier Webinaren mit Ihren Kursteilnehmern die Design Thinking Phasen, von der Einordnung der Problemstellung bish zum Test Ihres Prototyps. Transferaufgaben zwischen den Webinaren ermöglichen Ihnen, die Ergebnisse einer Phase auf Ihre Fragestellung zu übertragen.


27.05.20

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