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Photo by Daria Nepriakhina on Unsplash

Im letzten Blogbeitrag haben wir das „Große Ganze“ des nutzerzentrierten Designprozesses (User Centered Design, kurz UCD) betrachtet. Jetzt geht es darum, was durch den Prozess erreicht werden soll, nämlich Produkte zu gestalten, die eine hohe Usability aufweisen und eine positive User Experience ermöglichen. Doch was meinen diese beiden Begriffe?

 

Usability (zu deutsch „Gebrauchstauglichkeit“ oder „Benutzerfreundlichkeit“) umfasst die Prinzipien, die ein interaktives Produkt erfüllen muss, um fehlerfrei, zügig und unkompliziert bedient werden zu können. Usability bezieht sich also eng auf die unmittelbare Nutzungssituation. Die ISO-Norm 9241 zu Usability beschreibt den Begriff folgendermaßen:

Das Ausmaß, in dem ein Produkt durch bestimmte Benutzer in einem bestimmten Anwendungskontext genutzt werden kann, um bestimmte Ziele effektiv, effizient und zufriedenstellend zu erreichen.

Usability ist notwendig, die Funktionsweise einer IT-Lösung leicht zu erkennen und die Lösung fehlerfrei und ohne Frustrationen zu bedienen. Sie zielt also darauf ab, eventuelle Interaktionsprobleme zu erkennen und abzustellen, sodass negative Emotionen, wie z.B. Frustration, auf Seiten der Nutzer vermieden werden. Gute Usability ist also wichtig, um Nutzer zufriedenzustellen. Allerdings schafft dies in aller Regel noch kein großartiges Benutzererlebnis. Hierzu braucht es zusätzlich eine gute User Experience.

User Experience (UX) setzt die Interaktion mit technischen Produkten in einen größeren Kontext:

  • im Vorfeld der Nutzung: Es werden Vorerfahrungen und Erwartungen, evtl. auch erste Eindrücke berücksichtigt.
  • während der Nutzung: Neben der Zielerreichung (Usability) stehen auch Motivation, Ästhetik, Kompetenzerleben, Identifikation und Spaß im Fokus.
  • nach der Nutzung: Woran erinnern sich Nutzer und wie kommunizieren sie das Erlebte in ihrem Alltag? Entscheiden Sie sich zukünftig für oder gegen das Produkt?

UX betrachtet das Produkt somit ganzheitlich als Werkzeug im Alltag der Nutzer. Peter Morville nennt sieben Eigenschaften interaktiver Produkte, die Nutzer wahrnehmen und erkennen können müssen, damit es ihnen eine gute UX bietet: Das Produkt sollte…

  • nützlich sein, also eine sinnvolle Lösung für Nutzer bieten,
  • nutzbar sein, also eine gute Usability haben,
  • auffindbar sein, denn nur dann kann das Produkt auch genutzt werden,
  • zugänglich sein, d.h. alle Nutzer sollten sich leicht in der Software orientieren können - hierunter fällt auch Barrierefreiheit
  • glaubwürdig erscheinen, also Qualität und Vertrauen vermitteln,
  • attraktiv/begehrenswert sein und so ein positives Nutzererlebnis schaffen,
  • wertvoll sein, also einen zusätzlichen Wert für Nutzer schaffen.

Zusammenfassend: eine ausreichende Usability ist notwendig, um eine Software nutzen zu können, eine gute User Experience sorgt dafür, eine Software nutzen zu wollen.

Eine herausragende gesamte UX kann übrigens dazu beitragen, dass kleinere Schwächen in der Usability eher verziehen werden. Ob dies auf Dauer anhält, ist allerdings fraglich. Daher sollte immer eine hohe Usability und eine gute UX angestrebt werden.

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21.05.18

Kontakt

Dr. Michael Minge
  • Technische Universität Berlin
  • Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Usability
Sarah Schulte
  • UseTree
  • Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Usability

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