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Foto von Valentina Klepikova

Das Start-up „deinklub“ bespielt die Facebook-Auftritte von Sportvereinen regelmäßig mit Beiträgen über Spielergebnisse, Mannschaftserfolge etc.. Um durch die Beiträge in Zukunft positive Erlebnisse für den Nutzer zu schaffen, werden in Zusammenarbeit mit dem Kompetenzzentrum Usability, Ansätze zur Gestaltung positiver User Experience entwickelt. Grundvoraussetzung hierfür ist ein tiefes Verständnis für die Nutzer, welches mittels unterschiedlicher Methoden gewonnen wird.

Mit seinem Konzept, Beiträge für Facebook-Seiten von Vereinen zu schreiben, zielt das Start-Up „deinklub“ vor allem darauf ab, eine engere Bindung zwischen Vereinen und deren Mitgliedern herzustellen. Doch wie lässt sich dies überhaupt erreichen? Um diese Frage beantworten zu können, ist ein grundlegendes Verständnis für die Zielgruppe (Vereinsmitglieder) notwendig. Eine intensive User Research soll daher Erkenntnisse darüber liefern, was Mitglieder an ihrem Sportverein schätzen, was sie von ihm erwarten und welche Probleme sie sehen.

Literaturrecherche
Um einen allgemeinen Überblick über die Probleme, Erwartungen und Bedürfnisse von Vereinsmitgliedern zu bekommen, wurde die Nutzungskontextanalyse in Form einer Literaturrecherche begonnen. Auf diese Weise konnte ein erstes Verständnis für die Bindung der Mitglieder an den Verein, Probleme, die im Rahmen einer Mitgliedschaft auftreten und Gründe für Austritte aus dem Verein, entwickelt werden. Zur Verfügung standen hierfür primär Daten aus Studien und Umfragen. Um die daraus hervorgehenden Erkenntnisse durch individuelle Meinungen und Erfahrungen zu erweitern, wurden im Rahmen der User Research zudem UX-Methoden eingesetzt.

Fokusgruppen
Um Erlebnisse und Probleme aus dem Vereinsleben näher kennenzulernen werden zunächst Fokusgruppen (moderierten Gruppeninterviews) mit einer Gruppe von ehemaligen sowie einer Gruppe von aktiven Vereinsmitgliedern durchgeführt. Innerhalb dieser Gruppen entsteht Raum für Diskussionen rund um die Mitgliedschaft in Sportvereinen und das Konzept von “deinklub”. Die fünf Teilnehmer der Fokusgruppe der ehemaligen Mitglieder diskutierten in zwei Stunden äußerst vielfältige Erlebnisse und Probleme aus dem Vereinsleben und tauschten ihre Meinungen zu diesem Thema aus. Dies verbesserte das Verständnis für den Kontext der Vereinsmitglieder bereits erheblich. Die Fokusgruppe mit den aktiven Vereinsmitglieder steht noch aus. Im weiteren Vorgehen werden ähnliche Aussagen zusammengefasst und übergeordnete Bedürfnisfelder, sowie Problemkategorien abgeleitet.

Erlebnisinterview
Für einen tieferen Einblick in die Bedürfnisse der Vereinsmitglieder werden aktuell noch Erlebnisinterviews durchgeführt. In diesen werden aktive Vereinsmitglieder zu ihrem positiven Erlebnis im Vereinskontext befragt. Dabei werden alle Eigenschaften des Erlebnisses detailliert erfasst: beteiligte Personen, Ort, Tätigkeiten, Gefühle und die persönliche Relevanz. Auf diese Weise lassen sich Faktoren, die zu einem positiven Erlebnis beitragen, ermitteln. Dadurch können wiederum Bedürfnisse der Vereinsmitglieder abgeleitet werden. Eine Herausforderung hierbei ist es, den teilnehmenden Vereinsmitgliedern zu vermitteln, dass sie allgemeine Aussagen vermeiden, und stattdessen ein konkretes, positives Erlebnis beschreiben sollen. Durch gezieltes Nachfragen kann der Fokus zurück auf das Erlebnis gelenkt und behalten werden.

Weiteres Vorgehen
Die Ergebnisse aus den Erlebnisinterviews sollen im weiteren Vorgehen mit den Erkenntnissen aus der Literaturrecherche und den Fokusgruppen zusammengebracht und anschließend inhaltlich kategorisiert werden. Daraufhin können Ansätze entwickeln werden, wie “deinklub” aktiv auf die wichtigsten Bedürfnisse und Probleme der Vereinsmitglieder eingehen und somit die UX im Auftritt der Vereine verbessern kann.



20.08.19

Mehr zum Projekt

Hochschule der Medien
Pilotprojekt deinklub

Kontakt

Prof. Dr. Michael Burmester
  • Hochschule der Medien
  • Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Usability
Christina Haspel
  • Hochschule der Medien
  • Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Usability
Anika Spohrer
  • Hochschule der Medien
  • Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Usability
Elisabeth Stein
  • Hochschule der Medien
  • Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Usability

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