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Am Freitag, den 16.09.2022, fand das Gipfeltreffen der deutschen Software- und IT-Anbieter veranstaltet vom Bundesverband IT-Mittelstand e.V. (bitmi) unter dem Motto „Digitale Souveränität fair gestalten“ bei der TelemaxX Telekommunikation GmbH in Karlsruhe statt. Prof. Dr. Alexander Mädche vom Karlsruher Institut für Technologie und Mittelstand 4.0 Kompetenzzentrum Usability hielt auf der Veranstaltung eine Keynote zum Thema „Multiexperience“.

Die Entwicklung neuer Geräte, wie intelligente Lautsprecher oder Wearables, und die jüngsten Fortschritte in der künstlichen Intelligenz (AI) ermöglichen nicht nur natürlichere Interaktionen mit diesen Geräten über Sprache oder Gesten, sondern verändern auch das Zusammenspiel zwischen Nutzer, Aufgabe und Technologie. Unter Multiexperience (MUX) versteht man die Wahrnehmungen und Reaktionen einer Nutzerin, welche sich aus der Nutzung und/oder der erwarteten Nutzung eines Systems ergeben, welches mehrere Geräte und/oder mehrere Eingabe- und Ausgabemodalitäten umfasst. Der Begriff kombiniert die Worte Multi (d.h. Multi-Geräte, Multi-Modalität) und (Benutzer-)Erfahrung, um der zunehmenden Verbreitung von mehr als einem Gerät und/oder einer Modalität bei der Durchführung von Aufgaben Rechnung zu tragen.

Die meisten Menschen besitzen heute im privaten als auch beruflichen Umfeld mehrere verschiedene Geräte, wie PCs, Smartphones, Tablets oder intelligente Lautsprecher, und wechseln oft zwischen diesen Geräten, um eine Aufgabe zu erledigen. Zeitgleich haben neue Geräte und fortgeschrittene Interaktionsmodalitäten sicherlich Szenarien Realität werden lassen, die noch vor wenigen Jahren als Science Fiction betrachtet wurden. Als konkretes Beispiel für ein Geräte mit mehreren Interaktionsmodalitäten führte Prof. Dr. Mädche in seiner Keynote die Microsoft HoloLens 2 an. Diese verfügt nicht nur über eine Sprachsteuerung, sondern auch über Gestensteuerung mittels Hand-Tracking und über Eye Tracking Technologie (Interaktion mittels der Augen), um Interaktion zu ermöglichen. Ein weiteres Beispiel für ein Multigerätszenario ist Netflix’s „Continue Watching“ Feature. Dieses erlaubt Netflix-Kunden auf einem Gerät, z.B. dem Fernseher im Wohnzimmer, eine Serie oder Film zu starten und später auf dem Smartphone oder Tablet weiterzuschauen, wenn man das Haus für einen Termin verlassen hat.

Die Multiexperience hat aber auch noch einige Herausforderungen zu meistern, da mit neuen Geräten und Interaktionstechnologien auch neue Usability Probleme auftreten können. Zudem muss die Barrierefreiheit bei der Verwendung dieser neuen Technologien gewährleistet sein. Auch ethische Aspekte, wie Fairness, Autonomie und Transparenz werden in Zukunft einen höheren Stellenwert bei der Gestaltung von Multiexperience einnehmen.


20.09.22

Weitere Informationen

Kontakt

Prof. Dr. Alexander Mädche
  • Kaiserstraße 89-93
  • 76133 Karlsruhe

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