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Nachdem wir vor zwei Wochen die CAUTI vorgestellt haben möchten wir an dieser Stelle einen Einblick in die affektive Perspektive der Mediatorphase von CAUTI geben.

Die technologische Entwicklung von ohne Werkzeuge wie Zoom, Microsoft Teams, oder eine Dropbox hat es uns ermöglicht, auch in der Krise teilweise komplett remote weiter zusammenzuarbeiten. Die intensive Nutzung dieser Werkzeuge hat jedoch neben der positiven Seite auch negative Auswirkung auf den Menschen gehabt. Daher haben wir das Framework CAUTI entwickelt, das es ermöglicht psychische Einflüsse auf die Nutzer im Zuge einer menschzentrierten Betrachtung zu erfassen. CAUTI gliedert sich in drei Phase: Input (Technologiefaktoren), Mediatoren (Menschliche Zustände), und Outputs (Nutzerverhalten und Prozessergebnisse). In diesem Artikel möchten wir die affektiven menschlichen Zustände im CAUTI Framework vorstellen.

CAUTI betrachtet die Effekte die Kollaborationswerkzeuge in Form von Interaktiven Systemen, Desktopprogrammen oder mobilen Anwendungen auf den Menschen und seine Zustände haben. Diese können in kognitive und affektive Zustände unterschieden werden. Wir konzentrieren uns an dieser Stelle auf die affektiven Zustände. Die Abbildung zeigt einen Überblick über diese Zustände. Affekt wird beschrieben als „…jede Erfahrung von Gefühlen oder Emotionen, vom Leiden bis zum Hochgefühl, von den einfachsten bis zu den komplexesten Gefühlsempfindungen und von den normalsten bis zu den pathologischsten emotionalen Reaktionen“ (APA.com, 2021). CAUTI unterscheidet dabei zwischen affektiven Zuständen, die innerhalb eines Individuums bestehen und denen, die zwischen Individuum und dem Kollaborationswerkzeug bestehen. Im Folgenden wollen wir diese Zustände exemplarisch beschreiben.

Innere Affektive Mediatoren: Affektive Mediatoren innerhalb eines Menschen nehmen zwei Formen an. Entweder sie werden als Stimmung wahrgenommen oder als Temperament. Der Unterschied ist die zeitliche Dimension.

  • Stimmung ist definiert als ein anhaltender Affekt, der einen unklaren oder unbekannten Stimulus hat. Stimmungen sind vergänglich, das bedeutet wir können sie nicht speichern und welche bewertende Information sie speichern, diese ist zeitlich begrenzt. Sie bestehen nur so lange, wie der zugrundeliegende kognitive Prozess aktiv ist. Beispielsweise hält die Stimmung Wut in der Regel so lange an, wie wir über die Situation, die uns aufregt, nachdenken.
  • Das Temperament im Gegensatz dazu besteht unabhängig von bestimmten Situationen oder Gegenständen und auch von zeitlicher Beschränkung. Temperament ist charakteristisch für eine gewohnheitsmäßige Neigung, die das Ergebnis affektiver Merkmale sein kann.

Affektive Mediatoren zwischen Individuum und Kollaborationswerkzeug: Diese Mediatoren betreffen die Emotionen, die während der Exposition durch einen Stimulus, hier dem Kollaborationswerkzeug, ausgelöst werden. CAUTI unterscheidet auch hier in der zeitlichen Dimension zwischen Emotionen und Affektiven Bewertungen.

  • Emotionen sind definiert als eine Episode miteinander verbundener, synchronisierter Zustandsänderungen aller oder der meisten der fünf Teilsysteme des Organismus als Reaktion auf die Bewertung eines externen oder internen Reizereignisses als relevant für die wichtigsten Belange des Organismus. Vereinfacht gesagt, sind Emotionen induzierte affektive Zustände oder Kernaffekte, die Stimuli zugeschrieben werden.  Sie entstehen in der Regel als Reaktion auf situative Ereignisse in der Umgebung einer Person, die als relevant für ihre Bedürfnisse, Ziele oder Anliegen eingeschätzt werden. Sobald sie aktiviert sind, erzeugen Emotionen subjektive Gefühle wie Wut oder Freude oder Motivationszustände. Emotionen beziehen sich auf bestimmte Situationen und sind damit zeitlich begrenzt.
  • Affektive Bewertungen: Die affektive Bewertung ist ein allgemeiner Begriff, der sich auf die Bewertung der Qualität eines emotionalen Reizes bezieht. Diese Bewertungen können primitiv sein (z. B. die wahrgenommene affektive Qualität), kognitiv latent (z. B. die wahrgenommene Freude an der Nutzung einer Anwendung) oder erfahrungsbasiert (z. B. die Zufriedenheit mit einem Kollaborationssystem) sein. Diese affektiven Bewertungen finden ständig statt und sind damit zeitlich unbegrenzt.

Neben der individuellen Ebene betrachtet CAUTI auch die Gruppen-Ebene. Affektive Mediatoren können auch in Gruppen auftreten und diese beeinflussen. Diese Gruppen-Mediatoren lassen sich ebenfalls nach der zeitlichen Dimension unterteilen.

Zeitlich begrenzt dagegen sind geteilte Emotionen innerhalb der Gruppe. Diese erwachsen aus bestimmten Reizen und bilden sich in der Gruppe. Für die zeitlich unabhängige Dimension, nennt wird der Mediator Teamaffektivität eingefügt. Er beschreibt die affektiven Eigenschaften der Gruppe. Diese ist auch unabhängig von bestimmten Reizen. Im Gegensatz dazu stehen gemeinsame affektive Bewertungen von Gruppen. Diese beinhalten beispielsweise gemeinsame Einstellungen und gemeinsame Zufriedenheit.


05.02.22

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Ivo Benke
  • Kaiserstraße 89-93
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Prof. Dr. Alexander Mädche
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