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Bei der Eye Tracking Technologie steht das menschliche Auge als Informationsquelle im Mittelpunkt.

Eye Tracking ist eine Technologie mit der man die Kopf- und Augenbewegungen, die Blickposition und die Pupillengröße erfassen kann. Sie wird schon seit mehreren Jahrzehnten in der Forschung intensiv eingesetzt, aber hat erst in den letzten 5-10 Jahren ihren Weg aus den Forschungslaboren in produktive Anwendungen gefunden. Dies geschah vor allem durch technische Verbesserungen, die die Eye Tracking Technologie günstiger, robuster und genauer werden ließen. Eye Tracking Geräte gibt es in drei verschiedenen Formen: als Desktopgerät, als mobile Brille und eingebaut in AR/VR Headsets. Desktop Eye Tracker werden am vor allem zur Interaktion mit dem Computer User Interface und für Usability und Verhaltensstudien verwendet. Erste Eye Tracking Anwendungen für den Endnutzer gibt es vor allem im Gaming Bereich, wo man den Eye Tracker zur Steuerung von Spielen verwendet. Zudem wird Eye Tracking in Unternehmen zur Evaluierung der Usability von Produkten eingesetzt. Die Verwendung von mobilen Eye Tracking Brillen bietet sich vor allem für Verhaltensstudien an. In AR/VR Headsets wird Eye Tracking zur Interaktion mit der Nutzeroberfläche eingesetzt. In jedem Fall sind die Einsatzmöglichkeiten von Eye Tracking vielfältig.

Mittlerweile gibt es mehrere Eye Tracking Hersteller, wie zum Beispiel Tobii und Pupil Labs, die auch die passende Software zur Analyse der Eye Tracking Daten vertreiben. Für den Mittelstand ist die Möglichkeit zur Evaluierung der Usability und User Experience von Software und Maschine besonders interessant. Typischerweise werden Eye Tracking Daten in sogenannten Heatmaps visualisiert. Wie im Bild zu erkennen, geben Heatmaps mittels eines Farbschemas Auskunft über Bereich des User Interface, die von besonders hohem oder niedrigem Interesse für den Nutzer sind. Damit werden Usability-Probleme sichtbar und können durch eine angepasste Nutzerführung ausgemerzt werden. Neben Heatmaps gibt es auch eine Reihe von Fixations- und Sakkaden basierten Metriken, die Aufschluss über die Usability bieten können.

In der Forschung wird Eye Tracking aktuell zur Erkennung von Nutzercharakteristika, -zuständen, und -verhalten eingesetzt. Unsere Augen bieten auch viele Informationen über z.B. Erkrankungen und Einschränkungen, wie eine eingeschränkte Konzentrationsfähigkeit, autistische Eigenschaften, Leselegasthenie, Demenz, Alzheimer, Depressionen, oder Schizophrenie. Ebenso lassen sich Informationen über den kognitiv-affektiven Zustand des Nutzers mittels Eye Tracking erfassen. Die Pupillengröße spiegelt z.B. die aktuelle kognitive Belastung und auch die Erregung wider. Über das mittels Eye Tracking erfasste Nutzerverhalten lassen sich auch die zugrunde liegende Aufgabe  erkennen. Ein weiteres Feld sind die sogenannten aufmerksamkeitssensitiven User Interfaces. Hier werden die Aufmerksamkeitsdaten des Eye Trackers während der Benutzung eines Systems in Echtzeit analysiert und das User Interface entsprechend dem erkannten aktuellen Verhalten und Bedürfnissen des Nutzers angepasst.


26.01.22

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Kontakt

Prof. Dr. Alexander Mädche
  • Kaiserstraße 89-93
  • 76133 Karlsruhe

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