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In den letzten Wochen hat iT Engineering Software Innovations in Zusammenarbeit mit dem Kompetenzzentrum Usability ein neues Workshopkonzept entwickelt, mit dem ein gemeinsames Verständnis für die aktuellen Prozesse und die Ziele der Datennutzung im Kontext von Industrie 4.0 bei Kunden geschaffen werden soll. Dieser Workshop wurde nun erstmals erfolgreich getestet.

Das Ziel im KI-Pilotprojekt mit iT Engineering Software Innovations (ITE-SI) war es, eine Methode zu finden oder weiterzuentwickeln, mit der aktuelle Abläufe, Probleme und Wünsche bezüglich der (Maschinen-)Datenerhebung und Datennutzung bei Kundenunternehmen ermittelt werden können. Für diese Zwecke erschienen die Methoden der Kontextsitzung und des Scenario-Based Design als geeignete Grundlage, wie wir hier berichteten. Diese Methoden wurden in den letzten Wochen zu einem neuen Workshopkonzept kombiniert, das mit einem Kunden von ITE-SI praktisch angewendet und damit getestet werden sollte.

Obwohl im Vorfeld des Workshops bereits mehrere Gespräche mit dem Kundenunternehmen von ITE-SI geführt wurden, sollte der Workshop dazu dienen ein gemeinsames Verständnis zu schaffen über die Maschine, deren Daten gesammelt und ausgewertet werden sollten sowie deren Kontext. Von der Kontextsitzung, welche sich ursprünglich mit der detaillierten Erhebung aller Aspekte des Nutzungskontexts befasst, wurden vorerst nur die allgemeinen Fragen nach Einsatzzweck und Einsatzbereich des Produkts (der Maschine) sowie nach den Nutzergruppen und deren Aufgaben übernommen. Die Aspekte der Ressourcen und Umgebung spielten in diesem Fall für ein Verständnis der Ziele der Datenerhebung keine Rolle. Dafür wurden viele spezielle Fragen nach technischen Details der Datenerhebung ergänzt, z.B. nach dem Kommunikationsprotokoll der Maschine und der Zieldatenbank der erhobenen Daten.

Der zweite Teil des Workshops sollte sich mit dem Verfassen von Problem- und Aktivitätsszenarien befassen. Diese Szenario-Typen bilden die ersten zwei Phasen des Scenario-Based Design und helfen, zum einen die Ausgangssituation nachzuvollziehen (Problemszenario) und zum anderen mögliche zukünftige Entwicklungen und Problemlösungen zu entwerfen (Aktivitätsszenario). Das Aktivitätsszenario soll so die Vision für die zukünftige Datennutzung (z.B. Machine Learning) der Kunden von ITE-SI beschreiben.

Am 25. Mai war es dann soweit und das neue Workshopkonzept wurde getestet. Dazu wurden Vertreter der Führungsebene und Maschinenanwender des Kundenunternehmens zum virtuellen Workshop eingeladen, während ITE-SI mit Geschäftsführung, Projektleiterin und Human-Centered-Design-Kopf Judith Armbruster sowie einem Entwickler beteiligt war. Diese interdisziplinäre Konstellation und der interaktive Workshopcharakter schufen eine ungeahnte Dynamik, und so konnte tatsächlich schnell ein tiefgehendes gemeinsames Verständnis von der Maschine und dem aktuellen Stand der Datenerhebung im Team geschaffen werden, wie es zuvor noch nicht gelungen war. Die Entwickler von ITE-SI steuerten über den Umfang des Leitfadens hinaus noch viele weitere Fragen an verschiedene an der Datenerhebung und Datenverarbeitung beteiligte Rollen bei, zum Beispiel:

  • Was ist eine typische Situation, in der Sie eine Entscheidung auf Grundlage von Daten treffen müssen? Wie einfach oder schwierig sind solche Entscheidungen? Welche Unterstützung würden Sie sich dabei wünschen?
  • Welche Informationen aus den Daten sind dabei für Sie relevant? Wie kommen diese Informationen zustande?
  • Welche Informationen beziehen Sie aus Daten? Warum interessieren Sie sich dafür?
  • Welche Verarbeitungsschritte sind dabei üblich, um von den Daten zu den Informationen zu gelangen? Wie aufwändig ist es für Sie, diese Schritte durchzuführen? Welche Verbesserungen oder Hilfestellungen würden Sie sich dabei wünschen?
  • Wie und in welcher Form speichern Sie die erhobenen Daten? Wie einfach fällt Ihnen (oder der dafür zuständigen Person) der Zugriff auf die gespeicherten Daten? Wie würden Sie den Zugriff einfacher gestalten?

In Summe funktionierte das erdachte Workshopkonzept somit gut. Einzig das Formulieren der Szenarien im zweiten Teil des Workshops gestaltete sich noch etwas schwierig, da darauf geachtet werden musste, die einzelnen Szenarien isoliert zu betrachten. Es gilt bei den Problemszenarien noch nicht in Lösungen und in den Aktivitätsszenarien noch nicht in zu detaillierten Lösungen und Interface-Elementen zu denken. Die weitere Arbeit im Pilotprojekt wird sich nun damit beschäftigen, diesen Teil noch zu optimieren und den gesamten Workshop modular aufzubauen, um auch für Kundenworkshops mit anderen Ausgangssituationen (z.B. noch ohne konkrete Idee und Ansatzpunkt für die Sammlung von Daten) vorbereitet zu sein. Für den ersten Testworkshop zieht Judith Armbruster von ITE-SI jedoch ein positives Fazit: „Es konnte eine einzigartige Atmosphäre geschaffen werden und eine weitere positive Zusammenarbeit schließt sich hoffentlich an – sowohl mit diesem, als auch mit anderen Kundenunternehmen.“


02.06.21

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