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In ihrem Vortrag auf der UIG-Tagung 2021 spricht Stefanie Kegel über die Bedeutung von gesellschaftlichen Ungleichheiten und sozialen Konstrukten für die Entwicklung von neuen digitalen Technologien und welche Konsequenzen aus den Erkenntnissen gezogen werden sollten.

„Technology is not neutral. We're inside of what we make, and it's inside of us. We're living in a world of connections - and it matters which ones get made and unmade.”  – Donna Haraway, 1997

 

Dieses Zitat ist aktueller den je, denn digitale Technologien sind allgegenwärtig und bestimmen in vielerlei Hinsicht unseren Alltag. Doch wer entscheidet eigentlich wie all diese digitalen Produkte und Services aussehen? Wer gestaltet und entwickelt diese Produkte/Services?

Diese Fragestellung ist insbesondere deshalb relevant, da die Digitalisierung und somit die Technologisierung unseres Alltags nicht nur ein rein technologischer sondern eben auch ein sozialer Prozess ist. Technologie wird zwar gerne als „neutral“ oder gar „objektiv“ „geframt“ / dargestellt – sie ist es aber nicht. Bereits bestehende gesellschaftliche Ungleichheiten sowie soziale Konstrukte wie zB das Geschlechterkonstrukt (Gender) kommen dadurch mit teils erheblichen Konsequenzen ans Tageslicht bzw werden uns wie ein Spiegel vorgehalten.

Stereotype, über die wir uns gar nicht bewusst sind, können sich direkt auf unsere digitalen Produkte und Services übertragen. Digitale Assistent*innen sind z.B standardmässig mit einer weiblichen Stimme ausgestattet, was dem vorherrschenden femininen Stereotyp entspricht der damit verstärkt wird. Ein weiteres Beispiel: Die 2019 von Apple eingeführte Kreditkarte (Apple Card) kam in die Schlagzeilen, da bei gleichen Einkünften Frauen durch den Algorithmus ein um ein vielfaches geringerer Kredit gewährt wurde als Männern.

In diesem Vortrag möchte ich beleuchten, was diese impliziten sozialen Konstrukte für die Entwicklung digitaler Technologien bedeuten und welche Konsequenzen wir daraus ziehen sollte.

Über Stefanie Kegel

Stefanie Kegel praktiziert seit 14 Jahren Human Centered Design. Sie hat in Darmstadt und Cork studiert, gründete 2011 zusammen mit ihrer Kollegin Jennifer Moss das Experience Design Studio „The Geekettez“ und lebt seit 2014 in Berlin. Seit 2018 unterrichtet sie Interaction Design Methoden an der Code University in Berlin. Stefanie ist zudem Mitbegründerin der Berliner Gruppe von „Ladies that UX“ – einer globalen Community, die sich für Förderung und Sichtbarkeit von Frauen, die im Bereich User Experience arbeiten, einsetzt. Momentan studiert sie berufsbegleitend Psychologie im Zweitstudium. Ihre Interessen liegen hauptsächlich im Bereich sozialer Wahrnehmungen, die wir hinsichtlich interaktiver Produkte und/oder Services entwickeln und was diese beeinflusst.

 

Über The Geekettez:

The Geekettez sind ein Experience Design Studio mit Sitz in Berlin und Mannheim. Wir sind spezialisiert auf menschzentriertes Design, welches auf Research und realistischen, erreichbaren Zielen basiert. Mit unserem Hintergrund in Design sowie Psychologie begleiten wir unsere Partner und Kunden von der ersten Strategiephase bis hin zu Konzeption, Art Direction und visuellem Design und unterstützen sie während des gesamten Projekts. Mit ihnen zusammen gestalten wir innovative Designlösungen für digitale Produkte und Dienstleistungen.

 

Tickets für die UIG-Tagung könnt Ihr hier erwerben. 


10.06.21

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