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Im Jahr 2018 führte das Mittelstand 4.0 Kompetenzzentrum Usability eine Online-Umfrage durch, bei der der aktuelle Stand kleiner und mittlerer Unternehmen im Bereich Usability und User Experience sowie deren zukünftige Bedarfe erfragt wurden. Insgesamt beantworteten 203 MitarbeiterInnen aus verschiedenen kleinen und mittleren Unternehmen die Umfrage. Die Ergebnisse der Umfrage werden in loser Folge über diese Webseite veröffentlicht. Heute werden die Ergebnisse zum Thema „User Research“ der Region Nord dargestellt. 

Die Nutzung von User Research Methoden bei der Entwicklung von Produkten ist in ca. 22 von 199 Unternehmen bereits fest etabliert, in 57 Unternehmen vereinzelt in Einsatz und bei 27 Unternehmen in Erprobung. 44 Unternehmen sind User Research Methoden bekannt, aber sie werden nicht eingesetzt und für 49 Unternehmen ist das Thema unbekannt. Somit scheinen viele Unternehmen keine User Research Methoden zu kennen. Hier könnte das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Usability ansetzen und bei der Erprobung und Qualifikation unterstützen.

 

In einem zweiten Teil der Befragung wurden erweiterte Fragen zu dem Themenschwerpunkt User Research gestellt. Dieser wurde von insgesamt 33 Teilnehmern beantwortet. Im Rahmen dieses Themenschwerpunktes wurde ebenfalls nach Herausforderungen und Chancen beim Einsatz von User Research Methoden gefragt. Diese wurden qualitativ in Form von Freitext erfasst zitiert. Als Herausforderungen sahen die Teilnehmer folgende Faktoren:

  • Rekrutierung der Teilnehmer
  • Übertragbarkeit der Erkenntnisse in die agilen Teams und die Projektumsetzung
  • Zeitaufwand
  • Akzeptanz
  • Projektbudget / Hohe Kosten
  • Fehlende Automatisierung z.B. durch digitale Lösungen
  • Fehlende Expertise
  • Überzeugung der Kollegen, dass ein stärkerer Nutzerfokus sinnvoll ist
  • Austausch mit anderen Teams 

Auf die Frage welche Chancen die Teilnehmer sehen wurden folgende Aspekte aufgeführt:

  • Effizienz
  • User Research macht gebrauchstaugliche Produkte erst möglich
  • Positive User Experience
  • Bessere Chancen, um Kunden zu verstehen
  • Einsparungspotentiale
  • Innovationsgewinn
  • Besseres Verständnis über die Kundengruppen und deren emotionale Situation zu der Problemstellung, für die eine Lösung gebaut werden muss.
  • Kontinuierliche Weiterentwicklung des Produktes
  • Herausarbeiten eines MVP
  • Anstöße für das Marketing
  • Produkte, die näher am Kunden sind
  • Von Anfang an nutzerfreundliche Produkte zu entwickeln, um so Ressourcen (Zeit und Geld) zu sparen
  • Höhere Mitarbeitermotivation
  • Vereinfachte Nutzung
  • Akquise neuer Kunden

Im Anschluss wurden die Teilnehmer gefragt wie hoch sie den Digitalisierungsgrad im Rahmen ihrer User Research Aktivitäten einschätzen. Interessant ist, dass über 20 Unternehmen aussagen, bereits digitalisierte Formen des User Research anzuwenden. Davon sagen drei Unternehmen aus ihr User Research ist voll digitalisiert und zehn Unternehmen schätzen ihre Aktivitäten als stark digitalisiert ein.

 

Bei der Frage ob die Unternehmen Daten sammeln, die sie bei ihrer Nutzerforschung unterstützten sagten 23 von 33 Unternehmen aus, dass sie keine Daten sammeln. Fünf Unternehmen wissen es nicht genau und weitere fünf Unternehmen sammeln Daten für ihre Nutzerforschung. Dies scheint im Widerspruch zu der vorherigen Frage nach dem Digitalisierungsgrad zu stehen und sollte in Zukunft im Dialog näher untersucht werden. Hier könnte ein Qualifizierungsbedarf bestehen, wie Daten sinnvoll eingesetzt werden können, um Nutzer besser zu verstehen und das generierte Wissen in die Produktentwicklung einfließen zu lassen. Wie es bereits oben bei den Chancen genannt wurde.

 

Des Weiteren wurden die Teilnehmer gefragt wie stark sie davon überzeugt sind, dass sie für ihre User Research Projekte immer die geeignetsten Instrumente auswählen. Diese Frage wurde von 32 Teilnehmern beantwortet und die Ergebnisse zeigen sehr gemischte Antworten bei kleinen und mittleren Unternehmen. Zehn Unternehmen scheinen überzeugt von der Wahl ihrer Instrumente zu sein, die anderen 22 Unternehmen sind sich jedoch häufig unsicher oder nur teilweise sicher. Dieses Ergebnis zeigt, dass hier ein Bedarf bei KMU besteht, der durch das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum adressiert werden sollte. Hier könnten insbesondere Methodensteckbriefe, Methodenworkshops oder z.B. virtuelle Stammtische helfen, den Unternehmen ein besseres Gefühl dafür zu bekommen welche Instrumente für welche Fragestellungen geeignet sind.

 

Das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum

Im Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Usability bieten wir kleinen und mittleren Unternehmen ein vielfältiges, kostenfreies Unterstützungsangebot zu den Themen Usability, User Experience sowie weiteren UUX-Themenfeldern. So besteht unter anderem die Möglichkeit in einem gemeinsamen Pilot- bzw. Umsetzungsprojekt anhand unternehmensspezifischer Fragestellungen die Potentiale der UUX-Themen, wie beispielsweise „User Research“, kennenzulernen und zu erproben.

 
 

Kontakt

Paul Bossauer
 
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