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In Verbindung mit einer Online-Panel-Methodik wird im Rahmen der Mannheimer Corona-Studie tagesaktuell der Einfluss der Corona-Pandemie auf die Bevölkerung erfragt. Hierzu werden aus sozioökonomischer Perspektive wertvolle Einblicke gewonnen, wie sich mitunter politische Maßnahmen um „Social Distancing“ auf das Leben der Menschen in Deutschland auswirken. Dieser Beitrag stellt erste Ergebnisse einer Teilstudie vor.

Seit dem Start der Mannheimer Corona-Studie am 20. März 2020 erhebt die Universität Mannheim tagesaktuell, inwiefern die Corona-Pandemie das Leben der Menschen in Deutschland beeinflusst. Ziel der Studienerhebung ist es, in den nächsten 6 Wochen TeilnehmerInnen des German Internet Panels online zu ihren aktuellen Lebenslagen mit Blick auf die Kinderbetreuung, Beschäftigungssituation oder verfügbares Einkommen zu befragen. Zudem wird untersucht, wie sich politische Maßnahmen zur Eindämmung des Virus auf soziale Interaktionen und Gefühlszustände der Bevölkerung auswirken. Das German Internet Panel basiert dabei auf einer Zufallsstichprobe der allgemeinen Bevölkerung, so dass täglich zwischen 453 und 567 Befragte an der Studie teilnehmen.

Mit der Mannheimer Corona-Studie können daher auch wertvolle Einblicke gewonnen werden, wie sich politische Maßnahmen zur Minimierung physischer Kontakte („Social Distancing“) auf das Privatleben der Menschen auswirken. Dies wird in der obenstehenden Abbildung deutlich, welche eindrücklich die Veränderung der sozialen Interaktionsmuster der Menschen vor und inmitten der Corona-Maßnahmen aufzeigt: Wie in der linken Säule ersichtlich, traf sich vor den Corona-Maßnahmen die Mehrheit der Befragten (84%) entweder mehrmals, täglich oder einmal pro Woche mit Freunden, Verwandten oder privat mit Arbeitskollegen. Nach der Implementierung der Corona-Maßnahmen sind es, Stand der gewichteten Antworten vom 1. April 2020, bereits insgesamt 68% der Befragten, die sich mit keiner Person in der vorausgegangenen Woche getroffen haben. Dabei verweisen die Linien zwischen den Säulenabschnitten auf die „Bewegungen“ der Kontakthäufigkeiten von einer Woche in die andere. Umso breiter die Linie ist, desto mehr Befragte stellt diese dar. Zudem wird in der Mannheimer Corona-Studie auch nach der Akzeptanz der „Social Distancing“ Maßnahmen gefragt. Dabei akzeptiert eine deutliche Mehrheit der Befragten Maßnahmen im Bereich der Verantstaltungsverbote (95%), der Schließung öffentlicher Einrichtungen (92%) und Grenzschließungen (89%) zur weiteren Eindämmung des Virus. Auf weniger Akzeptanz der Befragten stießen dagegen Maßnahmen im Bereich der Ausgangssperren (40%) und der Einstellung des Nah- und Fernverkehrs (25%). Wie sich die „Social Distancing“ Maßnahmen in den nächsten Wochen auswirken und weiterentwickeln werden, bleibt jedoch noch abzuwarten. Die Mannheimer Corona-Studie legt dabei wichtige Weichen für ein besseres Grundverständnis der gesellschaftlichen Entwicklungen in Deutschland.

Quelle:
Blom et al. (2020), Die Mannheimer Corona-Studie: Das Leben in Deutschland im Ausnahmezustand. Bericht zur Lage vom 20. März bis 01. April 2020.


06.04.20

Kontakt

Elisabeth Ebert
  • Institut für Mittelstandsforschung der Universität Mannheim
  • Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Usability

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