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Wie erleben Beschäftigte agile Arbeit während der Pandemie? Diese Blogartikelreihe greift die Ergebnisse einer Umfrage zu diesem Thema auf, gibt die Einschätzungen und Eindrücke der Beschäftigten wieder und leitet daraus Handlungsempfehlungen für die Praxis ab.

Wir stehen am Anfang des Jahres 2021 und wieder hat uns die Corona-Pandemie fest im Griff. Vermutlich hat sich zu Beginn des Jahres 2020 niemand ausrechnen können, wie massiv das Virus unserer Leben durcheinanderwirbelt.

Auch viele Unternehmen wurden plötzlich vor große Herausforderungen gestellt. Innerhalb kürzester Zeit mussten neue Geschäftsmodelle entworfen, neue Dienstleistungen entwickelt und neue Formen der Zusammenarbeit etabliert werden. Von heute auf morgen wurden ganze Belegschaften ins Home-Office geschickt und mussten mit den entsprechenden technischen Tools ausgestattet werden.

Laut einer Studie der Unternehmensberatung BearingPoint sind agile Unternehmen robuster in Krisenzeiten und können flexibler auf Herausforderungen reagieren [1]. Schließlich ist Agilität die „[…] Fähigkeit eines Unternehmens sich kontinuierlich an seine komplexe, turbulente und unsichere Umwelt anzupassen.” [2]

Doch als wie hilfreich erleben Beschäftigte agile Arbeitsweisen für ihre täglich Arbeit und für ihre Organisation während der Pandemie tatsächlich? Wie genau helfen ihnen agile Arbeitsweisen und was hindert sie bei der agilen Arbeit im Zuge von Corona? Diesen beiden Fragen ist das „Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Usability“ im Rahmen einer Umfrage nachgegangen.

Die Ergebnisse und Implikationen dieser Umfrage werden nun in einer Blogartikel-Reihe aufgegriffen:

  1. Dieser Blogartikel befasst sich mit den Hintergründen und den globalen Eischätzungen der Probanden zur Bedeutung agiler Arbeitsweisen während der Pandemie.
  2. Der zweite Blogartikel dreht sich dahingegen um die konkreten Einblicke, Erfahrungen und Eindrücke der Befragten mit agiler Arbeit während der Pandemie, welche im Zuge eines offenen Umfrageformats erhoben wurden.
  3. Abschließend wird sich diese Blogartikelreihe noch mit möglichen Handlungsempfehlungen, insbesondere für kleinere und mittlere Unternehmen, auseinandersetzen.

Wie genau ist die Umfrage abgelaufen?

Die Umfrage „Agilität in Corona-Zeiten“ lief von Ende Oktober 2020 bis Mitte Januar 2021. An dieser Online-Umfrage haben sich 70 Personen beteiligt. Diese stammen mehrheitlich aus kleinen und mittleren Unternehmen (KMU).

Betrachtet man die Zusammensetzung der Stichprobe (siehe Grafik 1), so ergeben sich grob gesehen zwei etwa gleich große Personengruppen: Solche, die bereits eine agile Rolle ausüben (Scrum Master, Product Owner, Entwickler, Agile Coach, etc.) mit 51,4 % und solche, die keine agile Rolle im eigentlichen Sinne innehaben mit 48,6% der Gesamtstichprobe.

Wie hilfreich erleben Beschäftigte agile Arbeitsweisen für ihre täglich Arbeit und für ihre Organisation während der Pandemie?

Diese Fragestellungen sollen anhand von 2 Items beantwortet werden, die von den Befragten auf einer 5-stufigen Skala mit den Abstufungen trifft gar nicht zu, trifft nicht zu, teils/teils, trifft zu, trifft völlig zu bewertet wurden:

  • In der aktuellen Coronasituation sind agile Arbeitsweisen hilfreich ...
    • für mich persönlich zur Bewältigung meiner Arbeitsaufgaben;
    • für meine Organisation zur Bewältigung der aktuellen Herausforderungen;

Wie Grafik 2 zeigt, gibt etwas mehr als die Hälfte der Befragten an, Agilität in der Corona-Situation für die eigene Arbeit als hilfreich zu erleben. Bezogen auf die Organisation sind es sogar mehr als 60%, die eine agile Arbeitsorganisation für eine adäquate Antwort auf die Herausforderungen der Corona-Pandemie betrachten.

Die zahlreichen Vorteile agiler Arbeitsweisen in der Pandemie spiegeln sich auch in den qualitativen Nennungen wider, auf die im nächsten Blogartikel vertieft eingegangen wird.

Dennoch sollte die Situation differenziert betrachtet werden, da ca. 40% die Lage weniger positiv einschätzen, sowohl in Bezug auf die eigene Arbeit als auch hinsichtlich der gesamten Organisation. Somit scheinen auch während der Pandemie Hindernisse zu existieren, durch die Agilität nicht ihr volles Potenzial entfalten kann. Die qualitative Auswertung der konkreten Eindrücke und Erfahrungen der Beschäftigten mit agiler Arbeit während der Corona-Krise zeichnet hierzu ein detaillierteres Bild.

Damit werden wir uns im folgenden Blogartikel befassen.

Quellen:

[1] von Spreckelsen, J. & Mitter, A. (2020). Agile Pulse 2020: die Agilitätsstudie von BearingPoint. Abgerufen von https://www.bearingpoint.com/files/BearingPoint_Studie_Agile_Pulse_2020.pdf?download=0&itemId=754381

[2] Goldman, S., Nagel, R., Preiss, K., & Warnecke, H. (1996). Agil im Wettbewerb: Die Strategie der virtuellen Organisation zum Nutzen des Kunden. Berlin, Heidelberg: Springer.


26.02.21

Kontakt

Matthias Giehl
  • Ehemaliger Mitarbeiter
Prof. Dr. Jochen Prümper
  • HTW Berlin
  • Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Usability
  • Ehemaliger Mitarbeiter

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