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Agile Methoden sind einem Großteil der befragten kleinen und mittleren Unternehmen noch unbekannt und nur in wenigen KMU sind sie fest etabliert. Die Befragten wünschen sich vor allem Unterstützung in Form von Wissenstransfer durch Informationsmaterial, Workshops und Schulungen.

Im Jahr 2018 führte das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Usability eine Online-Umfrage durch, bei der der aktuelle Stand kleiner und mittlerer Unternehmen im Bereich Usability und User Experience sowie deren zukünftige Bedarfe erfragt wurden. Insgesamt beantworteten 203 Mitarbeiter*innen aus verschiedenen KMU die Umfrage. Die Ergebnisse der Umfrage werden in loser Folge über diese Webseite veröffentlicht. Heute werden die Ergebnisse zum Thema „UUX und Agilität“ vorgestellt.

Die Fragen zu diesem Schwerpunktthema wurden von 198 Teilnehmer*innen beantwortet. Hiernach werden in 40 % der Unternehmen agile Methoden, wie z.B. Scrum oder Kanban, mindestens vereinzelt eingesetzt. Fest etabliert ist der Einsatz allerdings nur in jedem vierten der befragten Unternehmen. Für knapp ein Drittel der aktuell agil arbeitenden Unternehmen geben die Befragten an, dass sich entsprechende Methoden derzeit in Erprobung befinden.

Die meisten Unternehmen (60 %) wenden Agilität nicht einmal vereinzelt an. Einem Großteil der Befragten (43 %) sind agile Methoden dabei gänzlich unbekannt, während 17 % angeben, dass sie zwar bekannt, allerdings aktuell im Unternehmen nicht im Einsatz seien.

Dieser Befund unterstützt Ergebnisse, die durch Studien mit größeren und repräsentativen Stichproben bereits ermittelt wurden, wie z.B.  „Agilität in deutschen Unternehmen“ oder „Wirtschaft in Deutschland sieht sich agiler als sie handelt“.

Insbesondere im internationalen Vergleich zeigen diese Ergebnisse, dass in deutschen Unternehmen dringender Sensibilisierungs- und Nachholbedarf besteht. In der aktuellen Online-Umfrage des Kompetenzzentrums äußert sich dieser Befund beispielsweise auch dadurch, dass der optionale Befragungsteil mit spezifischen Fragen zum Thema „Agilität“ von nur 8 % der Befragten bearbeitet wurde. Im Detail wurde hier Bedarf an Maßnahmen des Wissenstransfers geäußert, wie z.B.  an Informationsmaterial, Vorträge, Workshops sowie Trainings und Schulungen. Nur vereinzelt wurde Bedarf in eher nachgelagerten Umsetzungsphasen gesehen, wie z.B. Unterstützung bei der Erprobung oder Implementierung von Agilität in Form von Pilotprojekten.

Zusammenfassend bestätigen die Ergebnisse der Online-Befragung somit, dass Agilität in deutschen KMU bislang eher unbekannt ist und dass sich Unternehmen diesbezüglich äußerst zurückhaltend zeigen. Trotz erkennbarer Vorteile wie einer höheren Mitarbeiterzufriedenheit aufgrund einer selbstbestimmten Arbeitsweise sowie der Entwicklung qualitativ hochwertiger Produkte aufgrund eines iterativ-inkrementellen Vorgehens, werden viele Personen durch Agilität offensichtlich verunsichert oder gar abgeschreckt. Nicht selten wird Agilität als leeres „Buzzword“ betrachtet oder als Modeerscheinung abgetan.

Agilität ist sicher keine Universallösung und nicht für alle betrieblichen Konstellationen das Mittel der Wahl. Umso wichtiger ist es, hier eine informierte, abwägende und nachhaltige Entscheidung zu treffen. Wir empfehlen sich dem Thema Agilität zu stellen und die Chancen und Potenziale, die agile Methoden den Unternehmen bieten, proaktiv zu erkunden und für sich nutzbar zu machen.

Das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Usability begleitet Sie dabei mit einem an dem identifizierten Unterstützungsbedarfe ausgerichteten Leistungsportfolio.

Im Rahmen der Aktivitäten des Kompetenzzentrums entstand beispielsweise der „Leitfaden Agilität“. Dieser Leitfaden soll KMU bei der Einführung, Entwicklung und Digitalisierung agiler Prozesse sowie bei der Verknüpfung von Usability und Agilität mit relevanten, praxisnahen Informationen unterstützen. Dazu werden in jedem Kapitel des Leitfadens wesentliche Informationen aus der Fachliteratur und praktische Erkenntnissen aus einer eigens durchgeführten Mitarbeiterbefragung sowie 12 Experteninterviews zusammengeführt und zu konkreten Tipps, Hinweisen und Handlungsempfehlungen verdichtet. 

Nähere Informationen zu den Angeboten des Kompetenzzentrums rund um das Thema der agilen Arbeit finden Sie hier.

Interessierte Unternehmen können sich auch direkt an die Expert*innen für agile Methoden im Kompetenzzentrum wenden: Michael Minge und Katharina Jungnickel.


13.06.19

Kontakt

Katharina Jungnickel
  • Technische Universität Berlin
  • Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Usability
Dr. Michael Minge
  • Technische Universität Berlin
  • Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Usability

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